Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ)

Für Eltern, die erfahren, dass ihr Kind eine angeborene, bleibende Erkrankung oder Behinderung hat, wird das Leben auf den Kopf gestellt. Für sie beginnt eine Reise der Unsicherheit, der Fragen und eine enorme Umstellung der Lebenssituation. In Deutschland gibt es insgesamt ca. 160 SPZ, in Baden-Württemberg 20, eines davon in der Stadt Konstanz.

Die Sozi­al­päd­ia­trie ist ein Spe­zi­al­ge­biet der Kin­der- und Jugend­me­di­zin. Zu ihren Kern­auf­ga­ben gehört die Unter­su­chung, Behand­lung und Beglei­tung von Kin­dern und Jugend­li­chen mit Ent­wick­lungs­auf­fäl­lig­kei­ten oder gesund­heit­li­chen Stö­run­gen, die zu kör­per­li­chen, geis­ti­gen und/​oder see­li­schen Beein­träch­ti­gun­gen bzw. Stö­run­gen der Sin­nes­wahr­neh­mung füh­ren kön­nen. Oft spie­len dabei neu­ro­lo­gi­sche Pro­ble­me eine Rol­le, wes­halb die Neu­ro­lo­gie des Kin­des- und Jugend­al­ters (Neu­ro­päd­ia­trie) einen beson­de­ren Stel­len­wert einnimmt.

Wich­tig für die sozi­al­päd­ia­tri­sche Denk- und Arbeits­wei­se ist die Berück­sich­ti­gung des fami­liä­ren und gesell­schaft­li­chen Umfel­des der Kin­der und Jugend­li­chen, was sich im Begriff der Sozia­len Päd­ia­trie“ wider­spie­gelt und einen ganz­heit­li­chen Ansatz als Grund­la­ge hat.

Ein SPZ ist eine von den Kran­ken­kas­sen aner­kann­te, ambu­lant arbei­ten­de, ärzt­lich gelei­te­te medi­zi­ni­sche Ein­rich­tung. In ihm arbei­tet ein mul­ti­pro­fes­sio­nel­les Team, bestehend aus Ärz­tin­nen und Ärz­ten, Psy­cho­lo­gin­nen und Psy­cho­lo­gen, Ergo­the­ra­peu­tin­nen und Ergo­the­ra­peu­ten, Phy­sio­the­ra­peu­tin­nen und Phy­sio­the­ra­peu­ten, Logo­pä­din­nen und Logo­pä­den, Sozi­al­ar­bei­te­rin­nen und Sozi­al­ar­bei­tern, Kin­der­kran­ken­schwes­tern, Medi­zi­nisch-tech­ni­schen Assis­ten­tin­nen und Medi­zi­ni­schen Fach­an­ge­stell­ten. Eine eng abge­stimm­te, inter­dis­zi­pli­nä­re Arbeits­wei­se zeich­net ein SPZ beson­ders aus.

Betreut wer­den Kin­der und Jugend­li­che im Alter von 0 – 18 Jah­ren. Vor­aus­set­zung für eine Vor­stel­lung ist eine Anmel­dung und Über­wei­sung durch den pri­mär betreu­en­den, nie­der­ge­las­se­nen Ärz­tin bzw. Arzt (in der Regel Fach­ärz­te für Kin­der- und Jugend­me­di­zin oder Hausärzte).

In Zusam­men­ar­beit mit den Eltern wer­den Unter­su­chun­gen zur Fest­stel­lung der Art und Schwe­re der Auf­fäl­lig­kei­ten und deren Ursa­che durch­ge­führt, danach indi­vi­du­el­le The­ra­pie­zie­le aus­ge­ar­bei­tet und bei der Umset­zung Unter­stüt­zun­g­an­ge­bo­te besprochen.

Das SPZ ist auch eine Koor­di­na­ti­ons­stel­le für alle wei­te­ren, an der Behand­lung und För­de­rung des Kin­des betei­lig­ten Fach­leu­te. Dazu gehö­ren nie­der­ge­las­se­ne Ärz­tin­nen und Ärz­te, The­ra­peu­tin­nen und The­ra­peu­ten, Kli­ni­ken, För­der- und Bera­tungs­stel­len, Kin­der­ta­ges­stät­ten, Schu­len, Ämter und andere.

Ziel die­ser ganz­heit­li­chen Arbeits­wei­se ist es, die Kom­pe­ten­zen des Kin­des und sei­ner Eltern zu för­dern, ihnen bei der Krank­heits­be­wäl­ti­gung zu hel­fen und zur Teil­ha­be am alters- und ent­wick­lungs­ty­pi­schen sozia­len Leben beizutragen.