Welche Schritte sollten berücksichtigt werden, wenn ein junger Erwachsener mit einer chronischen Erkrankung oder Behinderung volljährig wird? Je nach individuellem Unterstützungsbedarf und Grad der Selbstständigkeit können eine Vielzahl von Überlegungen relevant sein:
- Übergang in die Erwachsenenmedizin: Es ist wichtig, den Übergang von der pädiatrischen zur erwachsenen medizinischen Versorgung zu planen. Dies umfasst die Suche nach geeigneten Fachärztinnen und Fachärzten sowie Spezialistinnen und Spezialisten für Erwachsene und die damit verbundene Übertragung von medizinischen Unterlagen und Behandlungsplänen.
- Selbstständigkeit und Autonomie: Je nach den individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen des jungen Erwachsenen ist es wichtig, seine Selbstständigkeit und Autonomie zu fördern. Dazu gehören möglicherweise die Unterstützung bei der Suche nach passenden Wohnmöglichkeiten, bei der Suche nach einer Beschäftigung oder bei der Beantragung von Sozialleistungen.
- Fortsetzung der Therapien und Unterstützungsdienste: Es ist entscheidend sicherzustellen, dass die notwendigen Therapien und Unterstützungsdienste auch im Erwachsenenalter fortgesetzt werden können. Dies kann die Kontinuität der physiotherapeutischen Behandlungen, psychologischen Unterstützung oder pädagogischen Betreuung umfassen.
- Rechtliche Angelegenheiten: Mit dem Eintritt in das Erwachsenenalter können sich auch rechtliche Angelegenheiten ändern. Dies umfasst die Überprüfung von Vormundschafts- oder Betreuungsregelungen sowie die Planung für die Zukunft, wie die Errichtung einer Vorsorgevollmacht oder die Festlegung von Behandlungswünschen im Falle einer medizinischen Krise.
- Soziale Integration und Gemeinschaftsbeteiligung: Der Übergang ins Erwachsenenalter bietet auch die Möglichkeit, neue soziale Kontakte zu knüpfen und sich in verschiedenen Gemeinschaften zu engagieren. Es ist wichtig, den jungen Erwachsenen dabei zu unterstützen, sich in ihrem Umfeld wohlzufühlen und ihre Interessen zu verfolgen.
- Wohnen: Es ist wichtig zu evaluieren, ob der junge Erwachsene in der Lage ist, selbstständig zu leben, oder ob er auf unterstütztes Wohnen angewiesen ist. Dies kann die Suche nach geeigneten Wohnmöglichkeiten wie betreutem Wohnen oder Wohngemeinschaften umfassen.
Es ist sehr wichtig, den Übergang ins Erwachsenenalter für junge Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen sorgfältig zu planen und sie dabei zu unterstützen, ihre Selbstständigkeit zu stärken und ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Dies erfordert eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Fachkräften, den Familien und dem jungen Erwachsenen selbst.
Sollten Sie Fragen rund um das Thema haben, wenden Sie sich an Beratungsstellen, wie zum Beispiel die Teilhabeberatungstellen (EUTB) oder der Verfahrenslotsin der Stadt Konstanz.