Pflegegrad und Pflegegeld

Kinder mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen haben in Deutschland Anspruch auf Pflegegrad und Pflegegeld, um ihre besonderen Bedürfnisse abzudecken und die Pflege zu erleichtern. 

Der Pfle­ge­grad (§§ 14,15 SGB XI) wird auf Basis der indi­vi­du­el­len Pfle­ge­be­dürf­tig­keit durch den Medi­zi­ni­schen Dienst der Kran­ken­kas­sen (MDK) ermit­telt. Es gibt fünf Pfle­ge­gra­de, die je nach Schwe­re der Beein­träch­ti­gung vari­ie­ren. Die Bewer­tung der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit erfolgt anhand ver­schie­de­ner Kri­te­ri­en wie Mobi­li­tät, kogni­ti­ve und kom­mu­ni­ka­ti­ve Fähig­kei­ten, Ver­hal­tens­wei­sen und psy­chi­sche Pro­blem­la­gen sowie Selbst­ver­sor­gung. Es gibt fünf Pfle­ge­gra­de, die von 1 (gerin­ge Beein­träch­ti­gung) bis 5 (schwers­te Beein­träch­ti­gung) rei­chen. Je höher der Pfle­ge­grad, des­to umfang­rei­cher sind die benö­tig­ten Pfle­ge­maß­nah­men und Leis­tun­gen. Pfle­ge­be­dürf­ti­ge erhal­ten je nach Pfle­ge­grad finan­zi­el­le Leis­tun­gen von der Pfle­ge­ver­si­che­rung. Die­se umfas­sen Sach­leis­tun­gen (z.B. ambu­lan­te Pfle­ge­diens­te) und Geld­leis­tun­gen (z.B. Pfle­ge­geld für Ange­hö­ri­ge). Pfle­ge­be­dürf­ti­ge und ihre Ange­hö­ri­gen haben Anspruch auf Bera­tung und Unter­stüt­zung durch die Pfle­ge­kas­sen sowie durch unab­hän­gi­ge Pflegeberatungsstellen.

Das Pfle­ge­geld nach § 37 SGB IX wird als finan­zi­el­le Unter­stüt­zung für häus­li­che Pfle­ge gezahlt. Es soll pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge, wie Eltern oder ande­re nahe­ste­hen­de Per­so­nen, ent­las­ten. Die Höhe des Pfle­ge­gel­des rich­tet sich nach dem zuer­kann­ten Pfle­ge­grad: Je höher der Pfle­ge­grad, des­to höher das Pfle­ge­geld. Zudem haben betrof­fe­ne Fami­li­en Anspruch auf wei­te­re Leis­tun­gen, wie Pfle­ge­sach­leis­tun­gen, Ver­hin­de­rungs­pfle­ge und Pflegehilfsmittel.

Pfle­ge­geld wird in der Regel nur gewährt, wenn eine Per­son min­des­tens den Pfle­ge­grad 2 hat und die Pfle­ge durch Ange­hö­ri­ge oder nahe­ste­hen­de Per­so­nen selbst orga­ni­siert wird.

Die Höhe des Pfle­ge­gel­des rich­tet sich nach dem Pfle­ge­grad und beträgt monatlich:

  • Pfle­ge­grad 2: 316 Euro
  • Pfle­ge­grad 3: 545 Euro
  • Pfle­ge­grad 4: 728 Euro
  • Pfle­ge­grad 5: 901 Euro

Das Pfle­ge­geld wird monat­lich von der Pfle­ge­kas­se direkt an den pfle­gen­den Ange­hö­ri­gen oder die nahe­ste­hen­de Per­son aus­ge­zahlt und soll dazu die­nen, die Pfle­ge­be­dürf­tig­keit zu kom­pen­sie­ren und die Pfle­ge zu Hau­se zu unter­stüt­zen. Es gibt kei­ne Ein­schrän­kun­gen hin­sicht­lich der Ver­wen­dung des Pfle­ge­gel­des und kann mit ande­ren Leis­tun­gen der Pfle­ge­ver­si­che­rung kom­bi­niert wer­den, wie z.B. Pfle­ge­sach­leis­tun­gen, teil­sta­tio­nä­re Pfle­ge oder Tagespflege.

Die Pfle­ge­kas­sen über­prü­fen regel­mä­ßig den Pfle­ge­be­darf und die Berech­ti­gung zum Pfle­ge­geld­be­zug. Dazu kön­nen erneu­te Begut­ach­tun­gen durch den MDK oder den Prüf­dienst der Pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung durch­ge­führt werden.